Brennnesselsamen - das heimische Superfood

Die vielfach unterschätzte Brennnessel zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen. Sie begleitet die Pflanzenheilkunde seit der Antike. Der große Schweizer Pflanzenkenner Pfarrer Künzle meint sogar, dass die Brennnessel schon längst ausgestorben sei, hätte sie keine Stacheln, so vielseitig sind ihre Tugenden.

 

Ab August/September beginnt die Sammelzeit der Brennnesselsamen. Sie sind das heimische Superfood schlechthin. Die Samen der Brennnessel haben eine stärkende Eigenschaft auf den menschlichen Körper und sind „Schatztruhen wertvollster konzentrierter Mineralien, Vitamine und Phytohormone“ (Storl 2007). Sie regen die Körperfunktionen an, helfen bei chronischer Müdigkeit und Leistungsschwäche und fördern bei Stillenden die Milchbildung. Sportler*innen können das Samenpulver auch regelmäßig als grüne Eiweißquelle zu sich nehmen (100g Samen enthalten 31g Eiweiß!). Außerdem zählen Brennnesselsamen zu den natürlichen Aphrodisiaka. Sie gelten als potenz- und fruchtbarkeitssteigernd. In mittelalterlichen Klöstern war es sogar verboten Brennnesselsamen zu sich zu nehmen.

 

Brennnesselsamen schmecken wunderbar auf Butterbrot, in Joghurt, Müslis, Smoothies, Suppen und anderen Speisen. Man kann die ganzen Samen verwenden oder im Mörser zu Pulver vermahlen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

 

Inhaltsstoffe der Brennnesselsamen:

  • Linolsäure (74% - 83%)
  • Öl (25% - 30%)
  • Schleimstoffe
  • Tocopherol (geschätzt als Radikalfänger)
  • Carotinoide
  • Vitamin C, E, A

 

Sammeln und Trocknen:


Gesammelt werden die gesamten Samen-Rispen der weiblichen Samen. Die weiblichen Samen erkennt man daran, dass sie eine dunkelgrün bis braune Färbung haben und nach unten hängen. Männliche Samen sind etwas heller und der Samenstand steht horizontal vom Stängel ab. Man kann sowohl die grünen Samen ab Ende August oder die braunen Samen im Herbst sammeln. Das ist reine Geschmackssache. Nach dem Sammeln lege ich die Rispen luftig in Schachteln auf. Wichtig ist, dass die Samen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, damit wertvolle Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Um Schimmelbildung zu verhindern sollte nur an sehr schönen und warmen Tagen gesammelt werden. Ich lasse die Samen gerne eine Woche zum Trocknen liegen. Anschließend ziehe ich die Rispen mit den Fingern ab. Trocken gelagert halten sie so bis zum nächsten Jahr.



©Tina Rosenkranz