Neunkräutersuppe

Am Gründonnerstag im Mai

 

kocht die Bäuerin ihren Brei

 

von neunerlei Kohlkräuterlein

 

sollt wider alle Krankheit sein.

 

Bauernweisheit

 

 

 

Schon der schamanische Zaubergott Odion-Wotan, so die Überlieferung aus dem 11. Jhdt., konzentrierte sich auf neun Kräuter. So heißt es im angelsächsischen Kräutersegen von Odin: „Neun wundersame Zweige nahm er und schlug den giftigen Wurm, der da geschlichen kam, um einen Menschen zu zerreißen“ (o.A. zit. n. Storl 2007, S.11).

 

 

„Neunerlei“ Pflanzen werden von Kräuterkundigen schon lange verwendet, dabei handelte es sich um ganz gewöhnliche Kräuter wie beispielsweise Löwenzahn, Wegerich, Gundelrebe, Brennnessel und Co. Damit wurde geheilt, gezaubert, Blitz und Teufel verbannt, sie wurden ins Badewasser gegeben oder Salben daraus hergestellt. Oft wurden sie an speziellen heiligen Tagen gesammelt, vor allem zu Mariä Himmelfahrt. Neun Kräuter wurden auch seit jeher zu einer Art Kultspeise am Gründonnerstag verarbeitet, um sich ihre Kraft einzuverleiben – die sogenannte „Neunkräutersuppe“. Eine Zubereitung aus meist 9 unterschiedlichen Frühjahrskräutern, die entschlackend wirkt, die Drüsen anregt und die Frühjahrsmüdigkeit vertreibt. Die Neunkräutersuppe wird traditionell am Donnerstag vor Ostern verspeist, weshalb sie auch als Gründonnerstagssuppe bekannt ist. Dem Glauben zufolge hält diese Suppe am Gründonnerstag gegessen, den Menschen das ganze Jahr über gesund. Dieser Glaube kommt nicht von irgendwo her. Frühjahrskräuter wirken mineralisierend, immunsystemstärkend, blutreinigend und allgemein vitalisierend. Somit ist die Speise ein wahres Heilmittel!

 

 

 

 

Mein Rezept:

 

  • 4 Erdäpfel
  • 1 Zwiebel
  • je 1 kleine Handvoll der frischen Kräuter wie zum Beispiel Gundelrebe, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Schafgarbe, Brunnenkresse, Spitzwegerich, Vogelmiere und Gänseblümchen
  • etwas Butter
  • 1 ½ l Gemüsefond
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss zum Würzen
  • Sauerrahm oder Schlagobers nach Belieben

 

Für deine Gründonnerstagssuppe kannst du die Kräuter frei wählen - hauptsache sie sind frisch!

 

 

Herstellung:

 

Das Gemüse schneiden und mit etwas Butter im Topf anrösten. Danach mit dem Gemüsefond ablöschen. Nun die Suppe köcheln lassen bis das Gemüse durch ist. In der Zwischenzeit die Kräuter waschen und fein hacken. Wenn das Gemüse fertig gekocht ist, die Wildkräuter zugeben und alles pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Nach Belieben kann nun noch etwas Sauerrahm oder Schlagobers zugegeben werden – fertig!

 

Viel Spaß beim Nachkochen und MAHLZEIT!

 

 

Storl, Wolf-Dieter (2007): Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. München: Droemer Knaur GmbH&Co.KG.